Was ist links? Ein politisches Literaturprojekt

Projektskizze

Was ist links? Die Antworten mögen zwischen „Antifa“ und „solidarischem Grundeinkommen“ liegen; die Frage lässt Spielraum für verschiedenste Deutungen. Wohl kaum jemand kann sie aus dem Stegreif beantworten. Wir haben fünf Schriftsteller*innen dennoch gebeten,  sich Gedanken zu machen und die unterschiedlichsten Texte als Antwort erhalten. Die Autor*innen äußern sich angriffslustig, streitbar, engagiert und literarisch. Sie entladen ihre politische Sprengkraft und greifen aktuelle Debatten zur (Neu-) Orientierung linker Themen und Anker wie Solidarität, Gemeinschaft und politischem Handeln auf.

In Kooperation mit den Lesereihen Politisch Schreiben (Leipzig), der zwischen/miete Freiburg und Bauschen und Biegen (Freiburg) haben wir als zwischen/miete Stuttgart Lydia Haider, Lorenz Just, Christoph Miler, Carolin Krahl und Kaśka Bryla gewinnen können, um sich in vier Essays der Frage „Was ist links“ zu widmen.

Autor*innen

Lorenz Just studierte Islamwissenschaft in Halle an der Saale. Von 2011 bis 2015 war er Student am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, 2014 Finalist beim MDR-Literaturwettbewerb. 2015 erschien sein Jugendbuch Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten (Gabriel Verlag). Der böse Mensch (DuMont) ist sein literarisches Debüt. Er lebt in Hannover.

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Lydia Haider, Jahrgang 1985, hat Germanistik und Philosophie studiert. Das Romandebüt Kongregation erschien im Herbst 2015 bei Müry Salzmann, im Herbst 2016 folgte der Roman rotten. Diverse Stipendien und Preise, etwa Projektstipendium 2017/18, Talentförderpreis 2017, Stipendiatin LCB 2016, Start-Stipendium 2015. Derzeit Arbeit an einer Dissertation.

Link zu Autorinnenporträt

Kaśka Bryla studiert am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift PS: Politisch Schreiben. Sie lebt in Leipzig.

Homepage von Kaśka Bryla

Carolin Krahl Performative Lesungen; Text-Bild-Installationen; Redaktionsmitglied von PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb / Politisch Schreiben. Zuletzt erschienen mit Olivia Golde „Worte überm Abgrund: Versuch einer Korrektur des Melancholiebegriffs für das Schreiben“ in: PS #3/2017. Die Autorin lebt in Leipzig.

Christoph Miler, 1988 in Wien geboren, studierte Design in Dornbirn, Sydney und Zürich. Er setzt sich mit erzählerischen Formen der Globalisierungs- und Gesellschaftsanalyse auseinander. Sein bei Luftschacht erschienener Erzählband Nowhere Men (2015) beschreibt die Schicksale illegaler Migranten im Strom der Globalisierung. Hierfür erhielt er den Preis „Schönste Bücher Österreichs 2015“ des Bundeskanzleramts der Republik Österreich und der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und die Bronzemedaille bei „Schönste Bücher der Welt 2016“ der Stiftung Buchkunst. Er leitet zusammen mit Isabel Seiffert das Designstudio „Offshore“.

Homepage des Designstudios „Offshore“

Essays

Unsere Kooperationspartner*innen:

Bauschen & Biegen

Eine Lesereihe ist eine Lesereihe ist bauschen & biegen ist ein Wagnis!

In Lesung und Gespräch fragt die Veranstaltungsreihe bauschen&biegen mit wechselnden thematischen Schwerpunkten nach Solidarität und Gesellschaft, nach Gerechtigkeit und Zukunft, sie fragt die Literatur, wie kann das sein? Und die Praxis: Warum eigentlich nicht?

In jeder Ausgabe bauschen wir ein anderes Thema auf und verbiegen es wie folgt: Autor*innen präsentieren ihre Texte und kommen mit uns und Expert*innen aus der Praxis ins Gespräch über notwendige Fragen unserer Gesellschaft. Dabei entsteht ein Begegnungsraum zwischen Fiktion und Realität, zwischen Bühne und Publikum, zwischen Idee und Konsequenz.

Homepage „Bauschen&Biegen“

Politisch Schreiben

Politisch Schreiben (PS) ist eine regelmäßig erscheinende Plattform, die in aktuelle Debatten des Literaturbetriebes eingreift, Strukturen sichtbar macht und im Dunkeln nicht Angst hat. Neben Essays und Interviews erscheinen in PS literarische Texte aller Disziplinen, in print und digital. PS richtet sich an alle, die Literatur schreiben, verwerten, damit Geld machen und wie wir, bei all dem immer schon einen Tiger im Hirn hatten. Wir fragen, wer sagt was und was sagt wer. Es geht uns darum, dass sich Autor_innen politisch positionieren und nicht darum, literarische Texte an politische Inhalte zu binden. Politisch Schreiben meint, Fragen nach Zusammenhängen und Abhängigkeiten stellen. Wovon wir ausgehen: Schriftsteller_innen sind nicht neutral. Wir schonen uns nicht.

Homepage „Politisch Schreiben“

zwischen/miete Freiburg

Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert junge Literatur und bringt sie ins Gespräch. Für einen Abend kommen professionelle junge Autor*innen zur »Zwischenmiete« in Freiburger Wohngemeinschaften, präsentieren ihre Texte und kommen mit Moderator*in und Publikum ins Gespräch. Die von ihren Bewohner*innen ganz unterschiedlich geprägten Räume werden so zu einem Ort der Literatur, Alltagsräume werden zu einem Ort für Austausch, gemütliches Beisammensein und literarische Neuentdeckungen bei Bier und Brötchen.
Seminare, Kneipen, WG-Küchen. Befristete Zusammenkünfte machen die studentische Lebenswelt zu einem großen Teil aus. Vieles geschieht auf Probe, als Experiment, unter Vorbehalt. Auch jede Lesung ist eine Zusammenkunft als Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum, die der WG ihre eigene Geschichte einschreibt.

Homepage „zwischen/miete Freiburg“

Projektleitung:

Friederike Ehwald, Master of Arts in Literaturwissenschaft/Germanistik an der Universität Stuttgart. Sie promoviert am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart zum Nachlass Margrit Baurs. Seit März 2014 Kuratorin der Reihe des Literaturhauses Stuttgart zwischen/miete junge Literatur in Stuttgarter WGs. Mit-Herausgeberin des Sammelbandes Literatur auf der Suche. Studien zur Gegenwartsliteratur, erschienen im Frühjahr 2018.

Andrea Friedel, Bachelor of Arts in Germanistik und Geschichte an der Universität Stuttgart. Zurzeit Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print bei Reclam. Seit September 2018 Kuratorin der Reihe des Literaturhauses Stuttgart zwischen/miete – junge Literatur in Stuttgarter WGs.

Nina Wittmann, Bachelor of Arts in Germanistik und Soziologie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Master of Arts in Literaturwissenschaft/Germanistik an der Universität Stuttgart. Seit August 2016 Kuratorin der Reihe des Literaturhauses Stuttgart zwischen/miete – junge Literatur in Stuttgarter WGs.

Gefördert durch:

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Jugendstiftung Baden-Württemberg